Luchs-Buchpreis Luki kämpft um ihre Unabhängigkeit
Stand: 3. Juli 2025.
Der Luchs-Preis im Monat Juli geht an Candy Gourlay und ihr Jugendbuch "Wild Song". Darin geht es um Kolonialismus, Rassismus und Ausbeutung vor dem Hintergrund der Weltausstellung von 1904 in Louisiana.
Die Geschichte startet packend: Luki ist 16 Jahre alt, liebt das Jagen und ihre Unabhängigkeit. Sie lebt im Jahr 1904 in den Bergen der Philippinen und ihr Stamm hat wenig Verständnis für ihre Eigenarten. Gedeckt wird sie von ihrem besten Freund Samkad. Doch die beiden fliegen auf und müssen sich vor den Stammesältesten verantworten. Daraufhin bietet Samkad ihr an, ihn zu heiraten und eine Familie zu gründen. Doch Luki will frei sein. Da kommt das Angebot des amerikanischen Präsidenten Roosevelt sehr gelegen: er lädt Philippinos nach Amerika ein, ins "Land der unbegrenzten Möglichkeiten" und zur Teilnahme an der Weltausstellung von St. Louis. Es ist allerdings ein Abenteuer mit Schattenseiten, denn Luki und die anderen Philippinos müssen feststellen, dass man sie dort wie Tiere in einem Zoo gefangen hält und ausstellt.
Der Jugendroman geht ans Eingemachte, mit Themen wie Rassismus, Kolonialismus und auch Geschlechterrollen. Noch dazu spielt die Geschichte vor mehr als 100 Jahren. Dennoch ist es der Autorin gelungen, die Geschichte so zu erzählen, dass sie auch Jugendliche von heute anspricht. Ihre Heldin wirkt modern und man kommt ihr in dieser Geschichte sehr nah.
Über die Autorin
Candy Gourlay ist selbst auf den Philippinen geboren und lebt inzwischen in London. In einem Interview sagte sie, dass Bücher ihre Welt waren, aber dass sie ihre Welt nicht in diesen Büchern finden konnte. Ihr fehlten die tropische Heimat, Bettler, die barfuß durch die Straßen laufen und Kinder, die von ihren Müttern zurückgelassen wurden, um im Ausland zu arbeiten. Es hat lang gedauert, bis sie sich ihren Traum verwirklichen konnte, als Schriftstellerin zu arbeiten.
Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, Der Nachmittag, 3. Juli 2025, 15:40 Uhr